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Gesellenbriefe für alle
Kfz-Handwerk: Innung Groß-Gerau überreicht Prüfungszeugnisse an 16 junge Fahrzeugmechatroniker - Keiner fällt durch - Zwischenprüfung gibt Anlass zur Sorge
In feierlichem Rahmen hat die Innung des Kraftfahrzeughandwerks Groß-Gerau am Mittwochabend die Prüfungsergebnisse ihrer Gesellenprüfungen bekannt gegeben und 16 frischgebackene Kraftfahrzeugmechatroniker nahmen ihre Gesellenbriefe im Beisein von Eltern, Freunden und Berufsschullehrern im Rüsselsheimer Adlersaal entgegen. Die Kraftfahrzeughandwerker durften sich sogar über einen Jahrgang mit Null-Prozent-Durchfallquote freuen, alle Auszubildenden, die zur Prüfung angetreten waren, haben bestanden. Die Lehrlinge hatten eine komplette Beleuchtungsanlage für einen Pkw bauen müssen. Die wurde zur Prüfung mitgebracht und musste einwandfrei funktionieren. An diese Bewährungsprobe schlossen sich weitere praktische und theoretische Aufgaben an. Als Bester des Jahrgangs meisterte Jan Vöglin aus Nauheim die Prüfungen mit einer Leistung von 91,3 Prozent, das entspricht der Note zwei. Mit wenigen Punkten mehr hätte es für den Auszubildenden vom Rüsselsheimer Auto Jacob eine glatte eins gegeben. Neben Vöglin gehörten Anja Bauer, Andreas Schellong, Jerome Fietz und Patrick Seidel zu den Besten. Alle fünf sind für den praktischen Leistungswettkampf des Landes Hessen nominiert als Vertreter der Groß-Gerauer Innung. ,,Da wird nichts verlangt, was ihr nicht schon in den Prüfung geschafft habt", motivierte der Prüfungsausschussvorsitzende Rolf Herden die Jung-Mechatroniker. ,,Ich würde mich freuen, wenn ihr uns dort erfolgreich vertretet." Der versammelten Gesellschaft wurde weiterhin ein neues Diagnosegerät vorgestellt. Die hochmoderne Apparatur dient als Verbindungsglied zwischen Computer und Fahrzeug bei der Arbeit der Mechatroniker an den Fahrzeugen. Das Gerät wird in der Berufsschule Groß-Gerau im Unterricht zum Einsatz kommen und konnte dank einer Spende angeschafft werden. Landrat Thomas Will gratulierte den Gesellen und lobte besonders die Ausbildungsbetriebe. In Zeiten, in denen viele beklagten, die Schulabgänger seien gar nicht mehr ausbildungsfähig, könne jeder Betrieb stolz sein, der weiterhin junge Menschen an das Handwerk heranführe. In Rüsselsheim nimmt Auto Jacob mit vier ausgebildeten Gesellen in diesem Jahr eine Vorreiterstellung ein. Ein weiterer Geselle aus Rüsselsheim kommt aus der Kfz-Werkstatt Riza Aydogdu. Prämiert wurden am Donnerstag schließlich auch diejenigen, die in der Ausbildung ihre erste Zwischenprüfung hingelegt hatten. Lob ernteten die 31 Prüflinge dafür allerdings nicht. Die Ergebnisse seien ,,teilweise beschämend" gewesen, rügte Rolf Herden. Bei der Zwischenprüfung kann man zwar noch nicht durchfallen, die Ergebnisse fließen allerdings in die zwei Jahre darauf folgende Gesellenprüfung mit ein. ,,Wenn ihr so weiter macht, sehen wir euch hier in zwei Jahren nicht wieder", zog der Prüfungsvorsitzende das bittere Fazit.
erschienen im Rüsselsheimer Echo am 02.07.2010 |