Unternehmensgründung im BG: Beruflichen Schulen Groß-Gerau
Sie befinden sich hier: 
Home  >>  Aktuelles  >>  Unternehmensgründung im BG Suche:



AktuellesFeier der Kfz-InnungGesellenprüfung Kfz Sommer 2010ABI-Feier 2010 BerichtABI-Feier 2010 BilderSportabzeichen 2010Amtseinf. Direktor GonnermannDelegation aus IndonesienWorkshop innovative MalertechnikenFotovoltaikanlageFremdsprachen für den JobOpel informiertTag der offenen Tür 2010Gesellenprüfung Kfz-Mechatroniker 2009/10Projekttag zur StasiBäcker-Nachwuchs übtHautschutzschulungSportfest 2009 BilderTheater AG: "Kick and Rush"Trauer um SchulleiterSport-Ball-Aktion 2009Schule in der ZeitungPlanspiel Börse IIIPlanspiel Börse IIPlanspiel Börse IGesellenprüfung Kfz-MechatronikerTeam Tag 2008 BilderTheater AG - Bericht "Kopfgeld"Theater AG - Aufführung "Kopfgeld"Schüler auf ChefsesselDatenschutztag 2008Mit "Herzensbrechern" ...Backwaren in Europa - ein ProjektBackwaren in Europa - ein BerichtUnternehmensgründung im BGArchivBildungsangeboteOrganisationsstrukturKooperationenDownloadKontaktImpressumLinksLoginIntranet Login

Zwölftklässler gründen ein Unternehmen

Groß angelegte Wirtschaftssimulation läuft an Groß-Gerauer Schule über ein ganzes Schuljahr

Groß angelegte Wirtschaftssimulation läuft an Groß-Gerauer Schule über ein ganzes Schuljahr.


Erstmals nehmen Schüler des beruflichen Gymnasiums Groß-Gerau an einem Projekt der Wirtschaftsjunioren der IHK Frankfurt teil. Es gilt, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen und ein Jahr lang zu führen.


Groß-Gerau · Der Name Q(ick)Org verrät erst mal nicht, worum es geht. Oder doch? ?Wir haben einen Organizer im A 4-Format entwickelt, in dem sich alles, was Schüler und Studenten so brauchen, praktisch und Platz sparend unterbringen lässt "Quick Organisation eben", sagt Sebastian Weis. Die Gründungsurkunde der jungen Firma datiert vom 17. Oktober, davor standen hitzige Diskussionen und nicht enden wollende Debatten.


"Wir konnten uns erst gar nicht einigen, was für ein Unternehmen wir überhaupt gründen wollen", erinnert sich Natalie Mougoui. Und selbst als diese Frage geklärt und der Prototyp des Quick Organizers innerhalb von zwei Tagen hergestellt war, lief die neue Firma längst nicht so reibungslos, wie sich die Teilnehmer der groß angelegten Wirtschaftssimulation das vorgestellt hatten.


"Wir müssen recycelte Materialien verwenden, dürfen keine Geld- oder Sachspenden annehmen und müssen unser Produkt auch selbst an den Mann bringen", beschreibt Christin Ortler die Schwierigkeiten. Versteigern über e-bay kommt also ebenso wenig in Frage, wie den Stoffüberzug für die Mappen von hilfreichen Müttern nähen zu lassen. Die Zwölftklässler müssen selbst mit anpacken, und haben die Aufgabe arbeitsteilig gelöst. "Wir produzieren im Kreislauf, jeder ist auf jeden angewiesen?, sagt Carolin Gerner. Einen handwerklich besonders kniffligen Teil der Arbeit, das Herstellen kleiner Stofftaschen, die mittels Klettverschluss in die Mappen geheftet werden können, erledigt die Behindertenwerkstatt der Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen in Mainz.

Entlohnen müssen die Schüler nicht nur ihre Auftragnehmer auf der anderen Mainseite, sondern auch sich selbst. Weil auch im realen Leben keiner umsonst arbeitet, gilt es, pro Mitarbeiter einen Stundenlohn von 60 bis 70 Cent auszuzahlen. "Wir liegen momentan bei Produktionskosten von alles in allem zwölf Euro pro Mappe, für 14,99 Euro würden wir unsere Organizer gerne verkaufen", rechnet Caroline Gerner vor. 50 Stück sollen noch vor Weihnachten fertig sein und Mitschülern, Freunden und Bekannten zum Kauf angeboten werden. Im Bekanntenkreis fahnden die Schüler auch nach Käufern für Anteilsscheine an ihrem Unternehmen. Zehn Euro soll das Stück kosten, 90 Anteilsscheine müssen, so die Vorgaben der Wirtschaftsjunioren, verkauft werden, um das Startkapital zu erwirtschaften.

Lernen fürs Wirtschaftsleben

Das Handwerkszeug, ihr Unternehmen ein ganzes Schuljahr lang selbst zu führen und laufend über den Geschäftsfortgang zu berichten, bekommen die Zwölftklässler im Unterricht vermittelt. Betriebswirtschaft und Rechnungswesen stehen in der Fachrichtung Wirtschaft des beruflichen Gymnasiums zusätzlich auf dem Stundenplan, Unterstützung gibt's auch von Lehrern und Schulleitung. Das "Juniorprojekt" müssen die Schüler allerdings zusätzlich und in ihrer Freizeit durchziehen. ?Da gehen auch mal Wochenenden drauf", erklären sie, sind sich aber einig, dass sie als einfache "Angestellte" ebenso wie als "Abteilungsleiter" von Qu(ick)Org Dinge lernen, die sich im Schulunterricht nicht vermitteln lassen. "Im Team arbeiten zum Beispiel, miteinander zu kommunizieren, Protokolle zu schreiben und das Firmenkonzept vor der Hauptversammlung zu präsentieren. "Selbst wenn wir mit unserem Unternehmen pleite gehen würden", sagt Caroline Gerner, "wäre das eine wichtige Erfahrung."


Frankfurter Rundschau
Freitag, 18. November 2005
Seite: 39