Schüler auf Chefsessel: Beruflichen Schulen Groß-Gerau
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Schüler auf Chefsessel


Aktion: Auftakt im Landratsamt: Vor allem Frauen sollen Mut fassen, sich für berufliche Karriere zu entscheiden – Prognosen zur Entwicklung


GROSS-GERAU. Landrat Enno Siehr gab im Landratsamt den Startschuss für eine neue Runde der Aktion „SchülerInnen als Bosse“. Seit dem Jahr 2003 können unter dieser Überschrift Schülerinnen – und neuerdings auch Schüler – der Jahrgangsstufe zwölf im Kreis Groß-Gerau eine Führungskraft jeweils einen Tag lang auf Schritt und Tritt begleiten und erhalten so einen ungeschminkten Einblick in den Alltag der Unternehmensführung, wie sie in dieser Authentizität nicht besser vorstellbar ist.


Vor 21 Schülerinnen und zehn Schülern der Jahrgangsstufe zwölf der Prälat-Diehl-Schule und des Beruflichen Gymnasiums Groß-Gerau, die in diesem Frühjahr mit von der Partie sind, skizzierte der Landrat laut Bericht der Kreisverwaltung die Absicht des Projektes: Es solle bei den Jugendlichen die Angst vor den Abläufen in den Führungsetagen nehmen, und es solle vor allem Frauen Mut machen, sich für eine berufliche Karriere in Wirtschaft, Verwaltung und Politik zu entscheiden. 


Er dankte den 26 Unternehmen aus Kreis und Region, die in diesem Jahr die Aktion unterstützen und Hospitationsplätze zur Verfügung gestellt haben. Zugleich lobte er den Mut der Jugendlichen, die bereit sind, sich in einer fremden Umgebung auf neue Erfahrungen einzulassen. 


Um die „Arbeitswelt von morgen“ ging es dann auch in dem Referat von Jutta Rump aus Ludwigshafen. Die Wissenschaftlerin stellte dabei zunächst aktuelle Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung vor und beschrieb deren Konsequenzen für die Arbeitswelt. 


Dabei wurde deutlich, dass sich traditionelle Berufsbilder ebenso verändern werden wie die geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen, und dass sich auf Dauer nur diejenigen auf dem Arbeitsmarkt werden zu behaupten wissen, die flexibel sind und auf neue Herausforderungen schnell reagieren. „Das Geschlecht“, so die Wissenschaftlerin, „wird dabei immer weniger eine Rolle spielen - vor allem dann nicht, wenn die Gesellschaft die Frauen von der Kindererziehung entlastet.“  


Groß-Gerauer Echo


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15.4.2008