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Schüler verdoppeln fiktiven EinsatzPlanspiel Börse - Vier junge Leute vom Beruflichen Gymnasium in Groß-Gerau holen sich zweiten Platz unter 46 000 Teams GROSS-GERAU. „Eine richtige Strategie hatten wir eigentlich gar nicht, die meisten Entscheidungen sind vom Bauchgefühl beeinflusst worden“, sagt Tim Müller, der die Vorgehensweise als „Learning by doing“ beschreibt. Der Oberstufenschüler aus Büttelborn bildete den „Kopf“ einer Gruppe von vier jungen Leuten – zum Team gehörten außerdem Olga Klein, Ksenia Rustamova und Tobias Reitz –, die beim Planspiel Börse der Sparkassen einen herausragenden Erfolg erzielten. „In den letzten 14 Tagen des Wettbewerbs gab es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen uns und einer Gruppe aus Trier“, erzählt Müller. „Das war ein mächtiger Anreiz und erneuter Motivationsschub.“ Unter dem Gruppennamen „allstars“ gelang es den vier Schülern der Klasse 11-BGW1 des Beruflichen Gymnasiums Groß-Gerau, mit 50 000 Euro Spielgeld, die ihnen am Anfang Wettbewerbs zur Verfügung standen, durch fiktive Börsengeschäfte einen Gewinn von knapp 59 000 Euro zu erzielen. 108 992, 67 Euro standen am Ende der zwölfwöchigen Spielzeit auf ihrem virtuellen Depot, trotz aller Turbulenzen und Unsicherheiten im Aktienhandel. Ein beachtliches Ergebnis, das den „Jung-Börsianern“ den zweiten Platz auf Europa- und Bundesebene sowie den Sieg des Sparkassen-Börsenspiels in Hessen und Thüringen bescherte. Bei der Preisübergabe bezeichnete Sparkassendirektor Bernd Fickler gestern die Leistung der „allstars“, die den Markt gut beobachtet und umsichtig gehandelt hätten, als „sensationell“. Nur knapp mussten sich die Groß-Gerauer den Konkurrenten aus Trier geschlagen geben. Gerade einmal 887 Euro entschieden über Sieg und Platz. Neben einer dreitägigen Reise zur Preisverleihung nach Berlin, durften sich die „allstars“ über einen Reisegutschein des Sparkassenverbandes Hessen-Thüringen im Wert von 3000 Euro – Ziel wird München sein – sowie 600 Euro von der Kreissparkasse Groß-Gerau, 150 Euro für den besten Euro-Stoxx-Tipp und ein tragbares Medienabspielgerät freuen. Anerkennung zollten Fickler und Schulamtsdirektorin Andrea Männle auch vier weiteren Planspiel-Gruppen, die ebenso beträchtliche Gewinne erwirtschafteten. Platz zwei im Regionalwettbewerb und damit 400 Euro gingen an die Gruppe „Chaya Papaya“ (Berufliches Gymnasium). Vom Gymnasium Gernsheim kommen die „Milchbubis“ (300 Euro) und das Team „ridicularii cuminae“ (100 Euro), die den dritten beziehungsweise den fünften Platz belegten. Die Formation „Bienchen und Blümchen“, die ihre schulische Ausbildung an der Groß-Gerauer Prälat-Diehl-Schule (PDS) absolviert, sicherte sich den vierten Rang (200 Euro). Insgesamt nahmen im Kreis Groß-Gerau 124 Gruppen am Planspiel Börse teil, auf Bundesebene kämpften 46 000 Teams um den höchsten Gewinn im fiktiven Aktiengeschäft. Und weil über 50 Prozent der Gruppen den Wert ihres virtuellen Aktiendepots ins Minus fuhren, dürfen sich all jene, die ihr Spielgeld vermehrten, zu den Siegern zählen, betonten die Sparkassen-Fachleute Thorsten Weck und Hans J. Wieschollek. Für ihr künftiges Berufsleben schließen sowohl Tim Müller als auch Sarah Weber, die mit ihrer Klassenkameradin Selina Preziosi als PDS-Duo „Bienchen und Blümchen“ beim Planspiel antrat, eine Aktivität an der Börse aus. Trotz des jetzt erwirtschafteten Erfolges beim Planspiel. „So richtig weiß ich noch nicht, was ich beruflich mal machen will“, erklärte Tim Müller. Auch bei Sarah Weber ist der Berufswunsch noch weitgehend offen: „Aber weil mein Vater Börsenmakler ist, weiß ich, dass ich da ganz sicher nicht hin will.“
erschienen am 20.2.2009 im Groß-Gerauer Echo |