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In Berlin zur Siegerehrung
Planspiel Börse - Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Groß-Gerau verbringen drei kurzweilige Tage in der Bundeshauptstadt GROSS-GERAU. Berlin, das ist in erster Linie Politik, Kultur und ganz viel Geschichte. Doch bis Tim Müller, Ksenia Rustamova und Olga Klein Zeit hatten, sich als waschechte Touristen auf die Hauptstadt einzulassen, warteten erst einmal ganz andere Herausforderungen auf die drei Schüler des Beruflichen Gymnasiums Groß-Gerau. Als bundes- und europaweit Zweitplatzierte des Planspiels Börse waren sie, wie fünf andere Siegerteams, vom Deutschen Sparkassenverlag für drei Tage zur Bundessiegerehrung nach Berlin eingeladen worden. Und auf die Siegerehrung galt es sich gewissenhaft vorzubereiten, denn diese fand nicht nur in festlichem Rahmen, sondern auch vor Fernsehkameras statt. In Workshops lernten die Teilnehmer deshalb unter der Anleitung von Theaterpädagogen und Schauspielern, sich selbstbewusst zu präsentieren. Nur, wie genau diese Präsentation aussehen sollte, darauf fanden Ksenia, Olga und Tim lange keine Antwort. Bis Ksenia die rettende Idee hatte. „Wir wollten auf jeden Fall Tobias mit einbeziehen, und so bin ich auf die Idee mit dem Telefon gekommen“, erläutert die achtzehnjährige Schülerin. Tobias Reitz, der vierte Mitstreiter, musste die Reise nämlich krankheitsbedingt absagen, seine Leistungen für die „allstars“ integrierten die drei anderen deshalb kurzerhand mittels eines fiktiven Telefongesprächs in das Rollenspiel, das dem Publikum Charakter und Strategie der Gruppe näher bringen sollte: So war es Tobias, der am fleißigsten Handelsblatt und Internet nach neuesten Börsen-Informationen durchstöberte und dabei unter anderem auch die gewinnbringende VW-Aktie „entdeckte“. Auch Tim Müller tat sich durch Recherche hervor und verantwortete mit seinem „Bauchgefühl“ für gewöhnlich die Entscheidungen der Gruppe, denn mit „finalen Mausklicks“ bestätigte er die Tranksaktionen. Diese tragende Rolle wurde von den zwei weiblichen „allstars“ Olga und Ksenia neidlos anerkannt: Sie zollten dem Kopf der Truppe Tribut, indem sie Tim beim Betreten der Bühne flankierten und in festlicher Kleidung den Auftritt auch optisch zu einem Ereignis machten. Fernsehmoderatorin Beate Hoffbauer jedenfalls zeigte sich begeistert, dass es den „allstars“ gelungen war, ihr fiktives Startkapital von 50 000 Euro mehr als zu verdoppeln (wir berichteten). Mit einem Depotwert von 108 992 Euro lagen die Groß-Gerauer Schüler nur knapp 900 Euro hinter dem Siegerteam aus Trier. Die Freude über den zweiten Platz konnte dieser Umstand natürlich nur beiläufig trüben, denn was das Drumherum der Reise anging, kamen alle sechs Siegerteams in denselben Genuss eines schönen Hotels und eines festlichen Buffets zum Ausklang der Siegerehrung. Begleitet wurden die drei Schüler dabei von Diane Schaubach und Hans Joachim Wieschollek von der Kreissparkasse Groß-Gerau sowie von ihrer Lehrerin Eva Kühn. Die intensive Auseinandersetzung mit der Börse hat, zumindest bei Ksenia und Olga, immerhin zu folgender Erkenntnis geführt: „Wir haben gelernt, dass Aktien jede Minute fallen oder steigen können“, sagt Olga. Und Ksenia ergänzt: „Deshalb würde ich mit meinem eigenen Geld wohl keine Aktien kaufen. Das Risiko ist viel zu groß.“ Trotz persönlicher Skepis haben die vier ein Talent gezeigt, dass die Sparkasse Groß-Gerau neugierig gemacht hat. „Wir haben allen vieren empfohlen, sich nach dem Abitur bei uns zu bewerben, wir würden uns sehr darüber freuen“, erklärt Diane Schaubach, Personalentwicklerin der Kreissparkasse. Und Pressesprecher Wieschollek fügt hinzu: „Ich bewundere, wie es den Jugendlichen gelungen ist, in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation die gefährlichen Klippen zu umschiffen. Die Fachleute verlassen sich auf Charts und Bilanzen, auf Fakten und Erfahrung. Die vier haben sich auf ihr Bauchgefühl verlassen - was dem ein oder anderen Experten sicher gut täte.“ erschienen am 10.03.2009 im Groß-Gerauer Echo |