Interaktives Theaterstück

Theaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ in der Schule

Einen besonderen Projekttag erlebten rund 60 Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen Groß-Gerau am Donnerstag, den 20. September 2018. Auf Initiative von Schulsozialarbeiterin Michaela Eißler war das Theaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ zu Gast und diskutierte mit verschiedenen Klassen das Thema „Gewalt im Namen der Ehre“ in einem interaktiven Theaterstück.

Das Theater thematisiert Situationen und Probleme, die viele Jugendliche kennen. Die erste Liebe, Konflikte mit Eltern und Freunden oder die Einengung von Selbstbestimmtheit. Für Jugendliche aus streng patriarchalen Familien gilt dies häufig in besonderem Maß. Das Projekt wird von der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES e.V. in Kooperation mit der Beratungsstelle Mäander e.V. und der mobilen Theaterbühne „Mensch: Theater!“ durchgeführt. Acht Aufführungen werden vom Hessischen Kultusministerium finanziert. Die Schüler und Schülerinnen setzten sich schon während des Stücks mit dem Thema „Gewalt im Namen der Ehre“ auseinander und vertieften das Gesehene anschließend in theaterpädagogischen Workshops. So wurden verschiedene Konfliktsituationen aus dem Alltag von Jugendlichen aufgegriffen, die mit dem Thema Gewalt im Namen der Ehre zu tun hatten. Die verschiedenen Szenen – Ächtung von Homosexualität, Einschränkung durch traditionelles Rollenverständnis, Jungfräulichkeit und Zwangsverheiratung wurden vom Ensemble kurz gespielt und danach direkt mit den Jugendlichen besprochen. So konnten sie in das Geschehen eingreifen und Handlungsvorschläge machen, wie eine Situation entschärft oder zu einem anderen Ende kommen könnte.

„Bei den Schülerinnen und Schülern wirkte die Aufführung noch nach und sie fanden es gut, dass das Thema in der Schule aufgegriffen wurde“, so Michaela Eißler. TERRE DES FEMMES e.V. und die Beratungsstelle Mäander e.V. informierten zusätzlich mit einem Infostand über Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten für Jugendliche, die von Gewalt im Namen der Ehre betroffen sind. Das Theaterprojekt wird bis Dezember 2018 an insgesamt acht Schulen in Hessen aufgeführt.

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