One World BSGG ist Vielfalt- Eine Aufführung der Theater AG

Eine Erlebnisreise durch allerlei Länder unserer Welt

BSGG vereint Nationen

Die Atmosphäre in der Pausenhalle der Beruflichen Schulen Groß-Gerau knisterte vor freudiger Erwartung. Hier hatten sich am Montag, den 14. Mai, zahlreiche Lehrkräfte, Lernende, Eltern und Großeltern eingefunden, um am Stationen Theater „One World“ teilzunehmen. Mit dem Stück möchte Dr. Christine Bernd ein Schaufenster für das bunte Gemisch der Nationalitäten an der Schule schaffen.

Es war eine Erlebnisreise aufgebaut. Diese führte durch allerlei Länder, die im Schulgebäude verteilt dargestellt wurden. Dort haben die Lernenden der BSGG, die aus allen Ecken der Welt stammen, Stationen zu ihrer Heimat vorbereitet, die den Gästen Einblicke in die Besonderheiten ihrer Kultur verschaffen konnten.

Zu Beginn wurden alle Besucher in verschiedenen Sprachen begrüßt und auf den bevor liegenden Flug eingestimmt. Am Check-In zeigten sie ihre Bordkarten vor, um zu ihren Gates zu gelangen. Dort wurden sie von den Lehrkräften erwartet, die als Piloten oder Stewardessen verkleidet waren und mit ihren Passagieren unter Flugzeuggeräuschen starteten. Das taten sie jedoch nicht, ohne vorher eine Sicherheitseinweisung zu geben. Dafür ernteten die Flugbegleiter/innen einige Lacher, die ihnen auch auf der weiteren Reise aufgrund ihrer humorvollen Moderation nicht verwehrt blieben.

Reisestopps wurden beispielsweise in Italien, Kosovo, Iran und Hessen eingelegt.

In Polen wurde den Besuchern populärer Wodka angeboten, um sie für den beliebten Tanz Belgijka einzustimmen. Dieser wird dort unter anderem auf Schulfesten oder Hochzeiten getanzt.

Traditionelle Spezialitäten wurden in Syrien angeboten. Für jede Vorliebe war etwas unter den süßen, würzigen oder scharfen Geschmacksrichtungen dabei.

Auch in der Türkei wurde für das leibliche Wohl gesorgt. Den Passagieren wurde Wissenswertes über den türkischen Mokka vermittelt, der 2013 sogar zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Auch die Kunst des Zukunftslesens aus einem Bodensatz wurde hier erklärt. Den Gästen wurde eine Tasse der heißen schwarzen Flüssigkeit angeboten. Den gewünschten Süßigkeitsgrad sollten sie auf Türkisch bestellen. Anschließend durften sie zusehen, wie die Lernenden den Kaffee zubereiteten.

Einige Räume weiter, in Afghanistan, wurden die Besucher von dem aufwendigen, strahlend gelben Kleid einer Schülerin angestrahlt, das sie bei traditionellen Festen trägt. Diese Station beschäftigte sich mit weitaus ernsteren Themen. Dort wurde Filmmaterial vorgeführt. In diesem wurde der kriegerische Konflikt des zerworfenen Landes gezeigt.

Wer genau hinhörte, konnte bereits durch die geschlossene Tür die Töne der Tambur, einer im Orient weit verbreiteten Langhalslaute, erlauschen, mit der die Fluggäste in die arabische Klangwelt eingeführt wurden.

In Eritrea wurden sie von vier Schülerinnen in traditionellen Kleidern begrüßt, die die Nationalhymne sangen. Im Anschluss wurde ihnen Popcorn und Kaffee gereicht. Dieser wird normalerweise in einer Zeremonie gekocht, die mehr als vier Stunden dauert. Dazu wurde ihnen die Landessprache Tigrinja vorgestellt, in der die Besucher ihren Namen schreiben lassen konnten. Vielen wurde jetzt erst bewusst, wie schwer es ist, ein neues Alphabet zu lernen.

Abschließend trafen die Gruppen in der Aula wieder aufeinander. Dort wurde zur Freude aller ein heimisches und internationales Finger-Food aufgetischt. Beim Schlemmen konnten sie sich über gesammelte Eindrücke austauschen.

Bei einem Quiz, an dem sich alle beteiligen konnten, wurde das neue Wissen der Fluggäste geprüft, das sie während der Reise gesammelt hatten. Nach jeder richtigen Antwort wurde ein weiteres Puzzleteil angelegt, sodass am Schluss ein großes Bild der Erdkugel mit der Aufschrift „One World BSGG ist Vielfalt“ entstand.

Als krönender Abschluss wurde mit allen Anwesenden der in Polen beliebte Belgijke getanzt. Die Stimmung war ausgelassen und der Saal tobte.

Christine Bernd, die die Theater-AG angeleitet hatte, blieb während der ganzen Aktion im Hintergrund. Hauptakteure waren die Lehrende und die Lernende, die die Länderstationen selbstbestimmt entwickelten.

Sie alle können auf den großen Erfolg ihres Projektes stolz sein. Mit dem Stück schufen sie eine Begegnungsfläche für verschiedene Nationen und Kulturen. Denn Integration fällt doch viel leichter, wenn man sein Gegenüber kennt.

Stella Eick

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