Qualität ist das Ganze - Ziele, Strategien und Projekte der BSGG

Qualität und Kompetenz – diese beiden Begriffe sind die Schlüsselbegriffe für den Erfolg der beruflichen Bildung. Für uns sind sie Anspruch und Verpflichtung, wobei wir wissen, dass die gesellschaftlichen und individuellen Ansprüche an eine berufliche Schule hoch sind:

Die Schule soll eine anregende Lernumgebung bieten, sie soll die Qualität von Lehren und Lernen weiter entwickeln, dabei hohe Erwartungen an ihre Schülerinnen und Schüler stellen, die Entwicklung des Einzelnen stets im Blick haben, positiv verstärken und kontinuierlich Feedback geben und nehmen sowie ihre Ergebnisse evaluieren.

Die Schule soll Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum sein, Rechte und Verantwortung auf Schülerinnen und Schüler übertragen, eine hohe Identifikation aller herstellen mit einem Gefühl etwas verpasst zu haben, wenn man nicht da war. Stabilität und Kontinuität im Lehrerkollegium, das sich systematisch fortbildet, soll sie garantieren, das Elternhaus mit einbeziehen und mit den Partnern der beruflichen Bildung kooperieren.

Eine professionelle Schulleitung soll Visionen und gemeinsame Zielvorstellungen entwickeln und dafür sorgen, dass die Ziele gemeinsam verfolgt und umgesetzt werden, die Schule in eine „lernende Organisation“ überführen und gleichzeitig stets sicherstellen, dass der übliche Verwaltungs- und Unterrichtsbetrieb reibungslos funktioniert.

Alle Beschäftigten der Beruflichen Schulen Groß-Gerau leisten hierzu ihrem Betrag und versuchen diesen Ansprüchen und Erwartungen im Rahmen des uns Möglichen gerecht zu werden.

Gemeinsame Ziele

„In einer guten Schule arbeiten alle Beteiligten zusammen.“ Dieser Satz des Pädagogikprofessors Helmut Fend fasst auf einfache Weise zusammen, dass die Gestaltung des Schullebens und der Schulentwicklung eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Dies gelingt besser, wenn die Beteiligten möglichst annähernd gleiche Ziele verfolgen bzw. vereinbarte Ziele im Konsens mittragen.

Zum Setzen von klaren und akzeptierten Zielen analysieren wir die Situationen, Aufgaben und Rahmenbedingungen. Wir legen Prioritäten fest, planen Projekte und treffen Entscheidungen. Durch das Schaffen einer kooperativen positiven Arbeitsatmosphäre als Rahmen für ein Klima des Vertrauens und der Leistungsbereitschaft versuchen wir so persönliche Ziele und Ziele der Organisation zusammen zu bringen.

Als Berufliche Schule des Kreises Groß-Gerau stimmen wir uns mit den Partnern der beruflichen Bildung ab und passen unser Bildungsangebot den regionalen Bedürfnissen an. Dabei aktualisieren wir Bildungsgänge und Schwerpunkte. Durch moderne Ausstattung und Nutzen von Erfahrung verbessern die Lernumgebung und die Lernbedingungen kontinuierlich.

Die Lehrkräfte fördern im Unterricht gezielt persönliche, soziale und fachliche Kompetenzen zur Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Anforderungen. Wir fördern vernetztes und problemlösendes Denken auch in globaler Hinsicht sowie die Fähigkeit, Lernprozesse selbst zu organisieren um sie über die Schulzeit hinaus in einem lebenslangen Lernen wirksam werden zu lassen.

Wir gestalten eine aktive Lernortkooperation mit den Partnern der beruflichen Bildung. Dabei sorgen wir für einen möglichst reibungslosen Informationsfluss zur Organisation des Berufsschulunterrichts und zur Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden sowie über die Ausbildungsinhalte im dualen System. Wir kooperieren mit tertiären Bildungseinrichtungen (Hochschulen) und beteiligen uns an der Ausbildung zum Bachelor und der Vorbereitung auf Kammerprüfungen. Mit den Kammern sind wir in verschiedenen Arbeitskreisen und Ausschüssen vernetzt.

Professionalität der Lehrkräfte

Die Qualität der Bildungs- und Erziehungsprozesse an einer Schule wird wesentlich bestimmt durch die Motivation und die Kompetenzen des Lehrpersonals und durch dessen Bereitschaft zu lebenslangem Lernen. Schulentwicklung ist im Kern Unterrichtsentwicklung, deren Ziel eine nachhaltige Verbesserung der Lehr- und Lernprozesse ist. Im Kollegium müssen dazu die entsprechenden Lerngelegenheiten geschaffen werden. Die notwendigen Kompetenzen betreffen das Unterrichten, Erziehen, Diagnostizieren, Beurteilen und Beraten sowie das Weiterentwickeln von Schule. Diese Kompetenzen sind insbesondere darauf auszurichten, in einer heterogenen Schülerschaft mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen effektive und schüleraktivierende Lernprozesse anzustoßen. Dabei kommen berufsethische Prinzipien zum Tragen, die von einer Grundhaltung des Förderns sowie von Verantwortlichkeit für die persönliche Entwicklung der Lernenden gekennzeichnet sind.

Lehrkräfte haben die Pflicht und das Recht zur ständigen Fort- und Weiterbildung. Die Weiterentwicklung der beruflichen Kompetenzen der Lehrerinnen und Lehrer wie auch aller anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientiert sich an den Schwerpunkten und Entwicklungszielen der Schule und bezieht die besonderen Qualifikationen und beruflichen Interessen der Lehrkräfte ein. Zur Dokumentation der erworbenen Kompetenzen nutzen wir ein Portfolio, das Belege u. a. zu Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Feedback enthält.

Neben der Fortbildung tragen auch Mitarbeit an schulischen Entwicklungsvorhaben sowie Praxisreflexion und Teamarbeit mit entsprechenden Kommunikations- und Kooperationsformen zur Kompetenzerweiterung bei. In Teams (schulform-, fach- oder berufsbezogen) werden Standards vereinbart und schulinterne Curricula entwickelt und fortgeschrieben; trotz aller ‚pädagogischer Freiheit’ des Einzelnen und der Erkenntnis, dass individuelle Leistungen hervorragend und effektiv sein können, ein wesentliches Merkmal guter Schulen. Der Prozess der kollegialen Unterrichtsentwicklung und der kontinuierlichen Verbesserung ist auch hier das Stichwort, wenn es darum geht, dass Lehrerteams ihre Beiträge zur Umsetzung der schulischen Ziele evaluieren.

Ergebnisse und Wirkungen

Der Erfolg einer Schule zeigt sich daran, inwieweit sie es ihren Schülerinnen und Schülern ermöglicht, die ihren Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten angemessenen Bildungslaufbahnen zu absolvieren und die angestrebten Abschlüsse zu erreichen. Relevante externe und interne Daten (z. B. Schülerzahlen, Abschlussquoten, Bestehensquoten, durchschnittliche Ergebnisse, Übergangsquoten, Zufriedenheitsindices) werden im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen erhoben und neben anderen Daten als Grundlage der Evaluation und Maßnahmenplanung genutzt.

In einer demokratischen Gesellschaft ist Schule ein Teil des öffentlichen Lebens, an dem Schülerinnen und Schüler, Eltern, schulisches Personal, Ausbildungsbetriebe, weiterführende Bildungseinrichtungen Anteil nehmen. Insofern ist die Resonanz, die die Schule als öffentliche Einrichtung mit besonderer gesellschaftlicher Verantwortung bei den verschiedenen Bezugsgruppen erfährt, für die Beurteilung und Bewertung nicht unerheblich. Die Akzeptanz, die eine Schule in den jeweiligen Bezugsgruppen hat, drückt sich im Einverständnis mit den erzielten fachlichen und überfachlichen Leistungen der Schülerinnen und Schüler ebenso aus wie in der Wertschätzung der geleisteten erzieherischen Arbeit.

Ziel einer nachhaltigen schulischen Ausbildung ist es, dass die Schülerinnen und Schüler unabhängig von Geschlecht, sozialer Herkunft, Religion und ethnischer Zugehörigkeit nach ihrem Schulabschluss sowohl ihren weiteren Ausbildungsweg oder den Berufseinstieg erfolgreich absolvieren als auch aktiv am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen.

Lernkultur und Unterrichtsqualität

Lehr- und Lernprozesse im unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereich bilden das ‚Kerngeschäft’ von Schule. Dabei sind die Standards und Lehrpläne, fachdidaktische Notwendigkeiten sowie die Anforderungen aus zentralen Abschlussprüfungen zu berücksichtigen. Alle Anstrengungen sollten auf die Wirksamkeit der Lernarrangements und die Nachhaltigkeit der Lernprozesse ausgerichtet werden.

Unterricht ist als sozialer Prozess zu verstehen, in dem in einem bestimmten Rahmen (Lernzeit, Unterrichtsklima, Regeln etc.) die Beteiligten gemeinsam am Wissens- und Kompetenzaufbau arbeiten. Curriculare Planung und Abstimmung, die Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, der Aufbau einer anregenden Lernkultur sowie die Sicherung von Anwendungsbezug und Anschlussfähigkeit liegen im Rahmen einer kollegialen Zusammenarbeit in der Planungsverantwortung der einzelnen Lehrkraft. Schulinterne Vereinbarungen sind dabei zu berücksichtigen.

Wirksam wird diese Planung jedoch in der Regel erst dann, wenn es gelingt, dass alle Schülerinnen und Schüler die Unterrichtsangebote nutzen, sich auf ihrem individuellen Lernstand angesprochen fühlen und die notwendigen Hilfen bekommen. Lernen ist ein aktiver, konstruktiver Prozess, bei dem auch emotionale und motivationale Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Daher wirken sowohl das zwischenmenschliche ‚Klima’ als auch die vorbereitete Lernumgebung indirekt auf die Leistungsbereitschaft und das Leistungsverhalten, auf die Einstellung zu Schule und Unterricht, auf das Sozialverhalten, die Interessenentwicklung und letztendlich auf den Lernerfolg. Auf Schülerseite erwarten wir ein entsprechendes Verhalten bei der Nutzung unserer Angebote: Wir erwarten Motivation, Disziplin, Orientierung und adäquate Kommunikation.

Damit Lernen für alle Schülerinnen und Schüler erfolgreich verläuft, spielen individuelle Förderung und die Stärkung des eigenverantwortlichen Lernens durch entsprechende Unterrichtsarrangements eine wichtige Rolle. Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichts müssen aufeinander abgestimmt sein, so dass der ‚rote Faden’ des Unterrichts für die Lernenden, ggf. auch für die dualen Ausbildungsbetriebe, erkennbar ist. Die für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbare Trennung zwischen Lernsituationen, in denen Fehler auch als Lernchancen genutzt werden, und Situationen, in denen es um Leistungskontrolle und -bewertung geht (‚Bewertungssituationen’), wirkt sich positiv auf den Lernprozess und die Arbeitsergebnisse aus. Durch eine regelmäßige Reflexion der Lernergebnisse und der gewählten Lernmethoden unterstützen wir die Wirksamkeit der Lernprozesse.

Führung und Management

„Die Schulleiterin oder der Schulleiter ist dafür verantwortlich, dass die Schule ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag erfüllt. Sie oder er leitet die Schule nach den geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie den Beschlüssen der Schulkonferenz und der Konferenzen der Lehrkräfte.“ (§ 88 Abs. 1 HSchG)

Für die professionelle Leitung einer Schule und ihre Entwicklung zu einer lernenden und selbstverantwortlichen Organisation sind Managementwissen und Führungskompetenzen erforderlich. Die maßgeblichen Aufgaben der Schulleitung bestehen darin,

  • Arbeitsstrukturen zu schaffen, damit die Schule den gewünschten Bildungs- und  Erziehungsauftrag erfüllen kann,
  • einen geregelten Schulbetrieb durch entsprechendes organisatorisches und administratives Handeln sicherzustellen,
  • den Personaleinsatz zu planen, das schulische Personal zu führen, es in seiner Arbeit zu unterstützen und seine professionelle Weiterentwicklung zu fördern,
  • die Beziehungen der Schule zu den Eltern und Partnern der beruflichen Bildung, zur Schulaufsicht und zum Schulträger sowie zu weiteren Bezugsgruppen des öffentlichen Lebens zu pflegen und die   Schule somit in ihr Umfeld einzubinden,
  • Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung an der Schule zu initiieren und zu steuern.

Dabei begreift die Schulleitung die Schule als eine lernende und selbstverantwortliche Organisation, in der Alle Verantwortung mittragen und an ihrer Weiterentwicklung mitarbeiten. Diese Weiterentwicklung wird von der Schulleitung als organisierter, kollektiver Lernprozess der gesamten Schulgemeinde gestaltet, wobei sie auf Verfahren des schulischen Qualitätsmanagements bzw. der Organisationsentwicklung zurückgreift. In diesem Zusammenhang ist es ihre vordringliche Aufgabe, zu beraten, pädagogische Innovationen zu initiieren, deren Entwicklung unterstützend zu begleiten sowie für eine professionelle Weiterentwicklung des Personals zu sorgen. Bei der Realisierung ihres Auftrags achtet die Schulleitung darauf, dass die Bildungs- und Erziehungsarbeit im Mittelpunkt schulischer Handlungsprozesse stehen.

Der Schulleiter bzw. die Schulleiterin nimmt die Gesamtverantwortung für die Umsetzung gesetzlicher und sonstiger verbindlicher Vorgaben wahr. Er bzw. sie ist für den ordnungsgemäßen Verwaltungsablauf in der Schule verantwortlich. Dies umfasst Tätigkeiten, die die Funktionstüchtigkeit und die Rechenschaftspflicht nach außen einer Schule sicherstellen.

Im Rahmen der Gesamtverantwortung delegiert die Schulleitung Tätigkeiten und sorgt für ein effektives und effizientes Verwaltungs- und Ressourcenmanagement. Im Rahmen ihrer Aufsichtsfunktion hat die Schulleitung dafür Sorge zu tragen, dass die rechtlichen Vorgaben Beachtung finden. Sie überprüft deren Einhaltung und leitet gegebenenfalls weitere Schritte ein.

Für die Personalführung und Personalentwicklung auf Schulebene ist die Schulleitung zuständig. Maßnahmen der Personalentwicklung fördern die Qualifikationen, die die Beschäftigten für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben benötigen. Die Schulleitung verbindet dabei die Anforderungen der Schule mit den individuellen Entwicklungswünschen des Personals, ggf. unter Berücksichtigung persönlicher Belange.

Schulkultur

Wir möchten, dass unsere Schülerinnen und Schüler erfolgreich werden. Wir unterstützen dieses Ziel durch ein anregendes und von den Beteiligten als angenehm empfundenes Schulklima. Ein vielfältiges Schulleben und die Öffnung der Schule gegenüber ihrem gesellschaftlichen Umfeld fördern die Entwicklung der Schule zu einem Lern- und Lebensraum. Als berufliche Schule mit kürzeren Verweilzeiten unserer Schülerinnen und Schüler wissen wir, dass wir unter anderen Voraussetzungen als andere (d. h. allgemeine) Schulen arbeiten.

Schule ist ein Ort, an dem auch Formen des sozialen Umgangs, des geregelten Zusammenlebens und der demokratischen Beteiligung erfahren und gelernt werden. Dies gelingt insbesondere durch Identifikation aller Beteiligten mit den gemeinsamen pädagogischen Grundüberzeugungen, den staatlichen Vorgaben, im formalen Bereich aber auch durch die Befolgung unserer Schulordnung.

Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags ist die Zusammenarbeit mit den Eltern, den dualen Ausbildungsbetrieben und weiterer externer Partner. Prioritär ist für uns die Verbindung zur beruflichen Praxis. Ihre zielgerichtete Einbeziehung prägt das Schulklima und die Qualität der Lehr- und Lernprozesse. Wir begreifen Vielfalt als Stärke und möchten unseren Schülerinnen und Schülern bei ihrer Suche nach ihrem Platz in der Gesellschaft aktiv und wirkungsvoll unterstützen.

Unsere Schulkultur zeichnet sich aus durch eine Kultur der Würdigung von Leistung und eine Kultur von Transparenz, Fairness, Wertschätzung und Motivation. Für den Zusammenhalt und die Identifikation mit unserer Schule entwickeln wir gemeinsam die Elemente unserer Schulkultur weiter.

M. Gonnermann, Schulleiter

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