Zeitzeugenbericht

Salomon Perel – einer der wohl letzten Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges.

(v.l.n.r.) "Sally" Salomon Perel mit Geschichtslehrer Hartmut Damm

Die BSGG bedankt sich herzlich für den Zeitzeugenbericht von Herrn Salomon Perel. Einer der wohl letzten Zeitzeugen nahm sich am Mittwochmorgen, den 18.12.2019, Zeit, um den Lernenden der BSGG aus erster Hand von seiner Jugend in der Nazizeit zu berichten. Herr Perel, der 1925 in Deutschland als Jude geboren wurde, hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, die jungen Menschen über die Katastrophe des 2. Weltkrieges aufzuklären. Perel sieht die Wichtigkeit der Geschichte darin, aus ihr zu lernen und so die gemachten Fehler nicht zu wiederholen. Um so möglichst viele Menschen aufklären zu können, schrieb er eine Biografie, welche später auch verfilmt wurde.

Er selbst wurde im Alter von 14 Jahren von seiner Mutter mit den Worten „Du sollst überleben“ auf die Flucht geschickt. Diese drei Worte verinnerlichte der damals Jugendliche so stark, dass es ihm gelang, als junger Jude ein verdecktes Leben innerhalb der Nazijugend zu führen. Hierfür dachte er sich einen falschen Namen und eine komplett neue Identität aus und musste seine Familie hinter sich lassen. Er beschreibt, wie selbst er als Jude irgendwann ein begeisterter Hitlerjunge war und bei den Siegesmärschen jubelnd mitmarschierte. Dieser absurde Größenwahn und der gigantische Hass hatten selbst ihn erreicht, sodass er irgendwann das Gefühl hatte, dass zwei Seelen in ihm wohnen. Die Eine, die ein Jude ist und die Andere, die ein Teil der Nazijugend war, Täter und Opfer im selben Körper. Er sagt, das größte Problem sei, dass Jugendliche noch nicht in der Lage sind, selbstständige und vollumfänglich zu reflektieren und sie so leicht vergiftet werden können. So muss er sich selbst noch im Alter von 94 Jahren mit den eingetrichterten Ideologien auseinandersetzen. Aus diesem Grunde ist es Herrn Perel ein Herzenswunsch, Jugendliche mit den Tränen und dem Schmerz von damals zu impfen und so dafür zu sorgen, dass diese Tragödie nie in Vergessenheit gerät, um aus diesen Missetaten zu lernen. Der Zeitzeuge betont in seinem Vortrag immer wieder, dass das aller heiligste das Leben selbst ist und es keine Rechtfertigung gibt, dieses zu nehmen. Jeder Mensch ist Mensch und verdient es, Respekt und Toleranz entgegen gebracht zu bekommen. So überträgt er den Lernenden die verantwortungsvolle Aufgabe, seine Geschichte weiterzutragen und so die Zeitzeugen nicht aussterben zu lassen.

Mit den Worten, „Auch wenn du nur eine Menschenseele rettest, hast du die Welt gerettet“ beendet er seinen bewegenden Vortrag. Abschließend hatten die Lernenden die Möglichkeit, ihre Fragen an Herrn Perel, einen echten Zeitzeugen, zu stellen.

Weiterführende Links:
TV-Feature  „Ich war Hitlerjunge Salomon“ im WDR
Biografie: Ich war Hitlerjunge Salomon. Ausgabe von 1992 im Katalog der DNB.