Abwechslung im Schulalltag der Tischler und Tischlerin

Tischler besuchen die Firma Bechthold im Odenwald/Mossautal und die Firma Becher in Maintal

Besuch bei der Firma Bechthold mit dem 3. Lehrjahr Tischler(in)

Produktionsbesichtigung Firma Bechthold

Besuch der Firma Becher mit dem 3. Lehrjahr Tischler(in)

Der Werkstoff lässt sich erhitzt frei verformen

Von Hand verformt

HI-Macs verformt unter Vakuumpresse

Tischlerin mit Herz

Passend zu den jeweiligen Lernfeldern haben die Schülerin und Schüler der Tischleroberstufe zwei regionale Betriebe besichtigt.

Die Firma Bechthold produziert Fenster, Türen und Wintergärten in Kunststoff und Aluminium. Die Auszubildenden konnten die komplette Produktion eines Fensters verfolgen. Die Fertigung erfolgt überwiegend mit modernen CNC- gesteuerten Maschinen. Nach Erteilung des Auftrages werden die Profile zugeschnitten und anschließend verschweißt. Die Schweißnähte werden abgefräst und dann erfolgt das Anbringen der Beschläge. Zum Abschluss werden die Scheiben eingesetzt. Dann erfolgt die Auslieferung und Montage. Wärmedämmung, Sicherheitstechnik und elektronische Steuerung sind heute zentrale Themen beim Fenster- und Türenbau. Glasfaserverstärkte Rahmenprofile ersetzen die bekannten Aluverstärkungen. Dreifachverglasung wird zunehmend zum Standard. Steuertechnik findet zunehmend Anwendung beim automatischen Schließen und Öffnen und in der Einbruchsicherung. Zu diesen Themen konnten sich die Auszubildenden eingehend informieren und im Ausstellungsraum die neusten technischen Entwicklungen anschauen und ausprobieren. Detaillierte Fragen zu diesem Thema wurde erläutert und von Herrn Bechthold kompetent beantwortet.

Am nächsten Tag traf sich die Gruppe bei der Firma Becher. Auch hier wurden wir kompetent und wertschätzend durch den Tag geführt. Die Firma Becher ist eine große Holzhandlung in Maintal. Dieser Besuch gliederte sich in zwei Teile. Zu Beginn des Besuches nahmen die Auszubildenden an einem eigens für sie angebotenen Workshop teil. Hierbei ging es um die Be- und Verarbeitung von Hi-MACS, ein Mineralstoffprodukt, welches in Nassbereichen und in hygienisch sensiblen Bereichen, wie z.B. Arztpraxen oder Krankenhäusern, aber auch in Hotels zum Einsatz kommt. Aufgrund der spezifischen Bearbeitungseigenschaften wird dieser Kunststoff überwiegend in Tischlereien verarbeitet. Nach einem Begrüßungskaffee und leckeren belegten Brötchen erfolgte eine theoretische Einführung über eine Präsentation. Anschließend erhielten die Auszubildenden die Möglichkeit, das zuvor Gehörte noch einmal in einer Schulungswerkstatt praktisch zu erfahren. Der Kunststoff lässt sich nahtlos verkleben und bei Erwärmung unter Einsatz von entsprechende Schablonen in einer Vakuumpresse verformen. Hierdurch können beliebige großflächige geschwungene Formen hergestellt werden.

Im zweiten Teil wurden wir durch die Werkstatt und das Plattenlager geführt. In der Werkstatt werden überwiegend für den Messebau Platten bearbeitet, die in Regel Übergrößen aufweisen. Diese werden gesägt, gefräst, Kanten werden angeleimt. Die Herstellung erfolgt ausschließlich mit hierfür speziell angefertigten CNC-gesteuerten Maschinen.

Das Plattenlager ist das größte vollautomatisierte Plattenlager in Europa. Die Zusammenstellung der einzelnen Lieferungen erfolgt per Eingabe am Rechner. Bewegliche Kräne greifen die Platten und stapeln sie zu Paketen, die dann nur noch mit dem Gabelstapler auf den LKW gehoben werden müssen.

Sowohl die Auszubildenden als auch die begleitenden Lehrkräfte waren sehr zufrieden mit den Erfahrungen an den beiden Besichtigungstagen. Diese waren für alle Beteiligten sehr informativ und stellten eine sehr gute Ergänzung und auch Abwechslung zum Unterricht in der Berufsschule dar. 

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