Kfz-Mechatroniker/in

Allgemeine Beschreibung

Kraftfahrzeugmechatroniker und Kraftfahrzeugmechatronikerinnen arbeiten bei Fahrzeugherstellern und in Servicebetrieben in der Planung, Wartung, Prüfung, Diagnose, Instandsetzung und Aus- und Umrüstung von Kraftfahrzeugen.

Tätigkeitsschwerpunkte sind:

  • Diagnostizieren von Fehlern und Störungen an Fahrzeugen,
  • Durchführen von Service- und Wartungsarbeiten,
  • Demontieren, Reparieren und Montieren von Bauteilen,
  • Baugruppen und Systemen, Durchführen von Untersuchungen an Fahrzeugen nach rechtlichen Vorgaben,
  • Bedienen von Fahrzeugen und Systemen,
  • Außer- und Inbetriebnehmen von fahrzeugtechnischen Systemen,
  • Messen und Prüfen an Systemen,
  • Aus-, Um- und Nachrüsten von Fahrzeugen,
  • Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen sowie Kontrollieren und Bewerten von Arbeitsergebnissen,
  • Betriebliche und technische Kommunikation,
  • Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen.

Ausgebildet wird in 5 Berufsschwerpunkten:

  • Personenkraftwagentechnik (in der BSGG),
  • Nutzfahrzeugtechnik (in der BSGG),
  • Motorradtechnik,
  • System- und Hochvolttechnik (in der BSGG),
  • Karosserietechnik.

Organisation des Berufsschulunterrichts

Der Unterricht findet jede Woche mit 8 Stunden an einem „Hauptschultag“ und 14 tägig mit 8 Stunden an einem „Wechselschultag“ statt. Im Mittel wird der Unterricht mit 12 Stunden pro Woche erteilt

Unterrichtet wird nach dem gültigen Rahmenlehrplan in 14 Lernfeldern. Daneben werden die Fächer Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde und Religion erteilt.

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf Kraftfahrzeugmechatroniker und Kraftfahrzeugmechatronikerin mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik

LernfelderZeitrichtwerte in Unterrichsstunden
Nr.Titel1. Jahr2. Jahr3. Jahr4. Jahr
1Fahrzeuge und Systeme nach Vorgaben
warten und inspizieren
80   
2Einfache Baugruppen und Systeme prü-
fen, demontieren, austauschen und mon-
tieren
100   
3Funktionsstörungen identifizieren und beseitigen100   
4Umrüstarbeiten nach Kundenwünschen
durchführen
40   
5Inspektionen und Zusatzarbeiten durch-
führen
 60  
6Funktionsstörungen an Bordnetz-, Lade-
strom- und Startsystemen diagnostizieren
und beheben
 80  
7Verschleißbehaftete Baugruppen und Sys-
teme instand setzen
 60  
8Mechatronische Systeme des Antriebsma-
nagements diagnostizieren
 80  
9Serviceaufgaben an Komfort- und Sicher-
heitssystemen durchführen
  80 
10Schäden an Fahrwerks- und Bremssyste-
men instand setzen
  80 
11Vernetzte Antriebs-, Komfort- und Si-
cherheitssysteme diagnostizieren und in-
stand setzen
  80 
12Fahrzeuge für Sicherheitsprüfungen und
Abnahmen vorbereiten
  40 
13Antriebskomponenten reparieren   80
14Systeme und Komponenten aus-, um- und
nachrüsten
   60

Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik in der BSGG

Die Fahrzeugtechnik erlebt aktuell einen rasanten Wandel. Durch die steigende Nachfrage nach Elektro-oder Hybridfahrzeugen bzw. Fahrzeugen mit Brennstoffzelle wandelt sich auch die Arbeit in der Kfz-Werkstatt. Der Einsatz von Spannungen oberhalb von 30 V AC und 60 V DC – in der Fahrzeugtechnik spricht man vom Hochvolt-oder HV-Bereich – hat elektrische Gefährdungen durch Körperdurchströmung und Störlichtbögen bei Arbeiten an Fahrzeugen zur Folge.

Die BSGG trägt dieser Entwicklung Rechnung. Seit dem Schuljahr 2019/20 wird der Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik in einer HV-Klasse unterrichtet. Das heißt, in dieser Lerngruppe sitzen ausschließlich Azubis der Fachrichtung System-und Hochvolttechnik.

 Dazu bieten wir:

  • HV-qualifiziertes Ausbildungspersonal (u.a. Elektrofachkräfte) in unserem Fachbereich,
  • zwei voll funktionsfähige HV-Fahrzeuge vor Ort und die Zugriffsmöglichkeit auf eindrittesFahrzeug über den Landesverband Hessen des Kraftfahrzeug-Gewerbes,
    hochwertige und moderne Ausstattung mitMesstechnik,
  • Zertifizierung der Auszubildenden nach DGUV-I 200-005 in den Stufen 1, 2 und 3.

Den elektrotechnische Inhalten wird in der HV-Klasse zeitlich und inhaltlich mehr Raum gegeben. Einige exemplarische Inhalte sind:

  • Gefahren an Hochvoltsystemen / Sensibilisierung / Elektrische Gefährdungen und Erste Hilfe
  • Die fünf Sicherheitsregeln
  • Einsatz von Prüfgeräten (Hochvoltspannungsprüfer, Durchgangsprüfer, Isolationsprüfer) und Sicherheitsausrüstung
  • Regeln zur sicheren Arbeit an Hochvoltsystemen
  • Diagnose und Instandsetzung des Hochvoltsystems
  • Freischaltung hochvolteigensichererFahrzeuge
  • Messungen unter Spannung
  • u.v.m.

Prüfungsanforderungen

Die Gesellenprüfung (GP) findet in zwei zeitlich auseinander fallenden Teilen statt und nennt sich daher "Gestreckte Gesellenprüfung". Die GP Teil 1 (35% Gewichtung) erfolgt vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres, die GP Teil 2 (65% Gewichtung) am Ende der Ausbildung. Die Gesellenprüfung ist wie folgt aufgebaut.

Gesellenprüfung Teil 1 (35%)

Gesellenprüfung Teil 2 (65%)

Serviceauftrag (35%)Schriftlich (30%)Praktisch (35%)
Schriftlich

Praktisch
(Arbeitsaufgabe)

Kraftfahrzeug- und
Instandhaltungstechnik (10%)
Diagnosetechnik (10%)Wirtschafts- und
Sozialkunde (10%)
Kundenauftrag (35%)
120 Min180 Min120 Min120 Min60 Min300 Min

Überbetriebliche Ausbildung

Zur schulischen und betrieblichen Ausbildung kommen im Handwerk noch die überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen (ÜLU) im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Weiterstadt. In 35 Lehrwerkstätten, zehn Lehrsälen und drei Computerräume werden hier die Lehrlingsunterweisungen vorgenommen.

Für die Kfz-Mechatroniker sind dies in 3,5 Jahren 10 Kurse.

Ansprechpartner

Herr Christoph Krekel (Bereichsleiter Berufsschule Technik)

Herr Harald Ehrhardt (Fachbereichskoordination Fahrzeugtechnik)

Weitere Informationen