BSGG-Geldpolitiker wollen Nullzinspolitik fortsetzen

Team „Pixel Gold“ erreicht unter 41 Teilnehmern beim EZB-Wettbewerb „Generation Euro“ sechsten Platz.

Die Entscheidung des Teams „Pixel Gold“ ist eindeutig: „Wir haben uns dazu entschlossen, den Leitzins nicht zu erhöhen.“ Die Nachwuchsgeldpolitiker der BSGG plädieren also für eine Beibehaltung der Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Und sie gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie sich dafür aussprechen, das durchaus umstrittene Anleihen-Ankaufprogramm der Zentralbank zunächst noch bis Ende des Jahres 2017 fortzusetzen. Erst danach sollten die Käufe langsam gedrosselt werden.

 

Mit ihrer geldpolitischen Analyse haben es Tobias Blumenstein, Céline Friedmann, Marcus Hornung, Helen Walter und Simon Wiesenäcker aus der Klasse 13 BG, LK Wirtschaft jetzt auf einen sehr guten sechsten Platz unter 41 Teams beim Wettbewerb „Generation Euro“ geschafft.

Auf dem Weg in die Spitzengruppe hatte das Team unter der Leitung von Abteilungsleiterin Sabine Kämpf zunächst erfolgreich an einem Quiz zur Geldpolitik teilgenommen. Mit 100 Prozent richtigen Antworten war „Pixel Gold“ selbstredend für die zweite Phase des Wettbewerbs qualifiziert. Gefordert war dort eine Analyse zur Leitzinsempfehlung des EZB-Rates für die nächste Sitzung.

Zahlreiche volkswirtschaftliche Indikatoren als Entscheidungsgrundlage

Das Pixel Gold“-Team stützte sich bei seiner Ausarbeitung auf eine ganze Fülle von volkswirtschaftlichen Faktoren: Der aktuelle Leitzins wurde ebenso in die Argumentation einbezogen, wie das Inflationsziel der EZB von nahe zwei Prozent. Die wirtschaftliche Lage der Euro-Zone wurde von den BSGG-Schülern als insgesamt stabil beschrieben, allerdings müsse beachtet werden, „dass besonders die Südstaaten wie Griechenland, Portugal oder Italien weiterhin starke wirtschaftliche Probleme haben und auch die politischen Veränderungen in Amerika oder die weitere Entwicklung nach der Brexit-Entscheidung Unsicherheiten für die Wirtschaftslage in Europa aufwerfen.“ Insgesamt, so das Team weiter, könne aus diesem Grund festgehalten werden, dass die Niedrigzinspolitik der EZB aktuell beizubehalten sei, „da davon besonders die wirtschaftlich schwachen Staaten profitieren und sich die gesamtwirtschaftliche Lage in Europa vorerst weiter stabilisiert. Mittelfristig (Ende 2017) sollte eine Erhöhung des Leitzinses angestrebt werden.“

Ausführliches und individuelles Feedback der Jury

Entsprechend würdigend fiel dann auch die ausführliche und individuelle Begründung der Jury aus, die sich aus Mitarbeitern der Deutschen Bundesbank zusammensetzte: „Mit Eurer Teilnahme habt Ihr gezeigt, dass Ihr ein doch recht komplexes Thema zielgerichtet bearbeiten könnt und die abstrakte Welt des Geldes und die Funktionsweise der Geldpolitik verstanden habt. Besonders gefallen hat uns die breite Auswahl von Indikatoren, die Ihr analysiert habt. Auch die starken Argumente am Anfang der Abschnitte haben uns sehr gefallen.“ Etwas weniger überzeugt waren die Juroren von den Grafiken des Teams – es seien zu viele gewesen. Auch habe Pixel Gold“ mitunter etwas sprunghaft argumentiert. Die Chance, beim nächsten Mal in der Wertung noch ein klein wenig weiter nach oben zu kommen, bietet sich aber vermutlich schon bald. Bereits im Spätsommer dieses Jahres soll – so die Bundesbank – die nächste Runde des Wettbewerbs starten.