Hafenluft, Handwerk und Hansestadtflair

Viertägige gemeinsame Klassenfahrt von Auszubildenden des Maler-und-Lackierer-Handwerks und der Körperpflege

Vom 17. bis 20. Juni 2026 begaben sich die Auszubildenden des 1. bis 3. Lehrjahres im Gewerk Maler- und Lackierer gemeinsam mit dem 3. Lehrjahr der Körperpflege auf eine spannende Klassenfahrt in die Hansestadt Hamburg.

Nach der Ankunft hieß es zunächst „Leinen los“ für das abwechslungsreiche Programm. Gemeinsam erkundeten die Schülerinnen und Schüler die berühmte Reeperbahn, bevor es weiter zum Hamburger Hafen und den Landungsbrücken ging. Die einzigartige maritime Atmosphäre der Stadt begeisterte alle Beteiligten von Beginn an.

Ein besonderes Erlebnis war die abendliche Lichterfahrt durch den Hamburger Hafen und die historische Speicherstadt. Vorbei an beeindruckend beleuchteten Hafenanlagen, Kränen und den historischen Lagerhäusern bot sich den Teilnehmenden ein faszinierender Blick auf Hamburg bei Nacht.

Nach einem gemeinsamen Frühstück stand der Besuch der Berufsschule Holz, Farbe, Textil in Hamburg auf dem Programm. Die Gruppe wurde dort herzlich empfangen und erhielt einen umfassenden Einblick in die große und modern ausgestattete Malerabteilung. Besonders erfreulich war die Zusammenarbeit mit der Grundstufe der Hamburger Malerauszubildenden. Schnell wurden Patenschaften gebildet und zahlreiche fachliche Gespräche geführt.

Während einer ausführlichen Führung durch die Praxisräume konnten die Schülerinnen und Schüler moderne Arbeitsbereiche kennenlernen und sich über die vielfältigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Maler- und Lackiererhandwerk informieren. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, aktuelle Meisterprüfungsarbeiten zu besichtigen. Abgerundet wurde der Besuch durch ein gemeinsames und sehr leckeres Mittagessen. Beide Schulen möchten den entstandenen Kontakt auch künftig pflegen und die Zusammenarbeit weiter ausbauen.

Für die Auszubildnenden des Frisörhandwerks stand der Besuch des Wella Studios an. Dies war das fachliche Highlight der Klassenfahrt. Die Gruppe wurde dort herzlich empfangen und erhielt einen umfassenden Einblick über die beruflichen Möglichkeiten mit dem Erlangen des Gesellenbriefes im Friseurhandwerk. Danach konnten die Auszubildenden beobachten wie verschiedene Colorationstechniken am Modell gearbeitet wurden und erhielten die Möglichkeit währenddessen den Fachtrainerinnen Fragen stellen.

Im Anschluss erhielten Sie Teamaufgaben bei der das Hauptaugenmerk auf die Problemlösung bei Farbkorrekturen lagen. Die einzelnen Teams präsentierten im Anschluss ihre Ergebnisse. 

Ein weiterer Programmpunkt führte in das Dialoghaus Hamburg. Bei der Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ wurden die Sinne auf eine ganz besondere Weise geschärft. In völliger Dunkelheit erlebten die Schülerinnen und Schüler Alltagssituationen aus der Perspektive blinder Menschen. Das Dialoghaus befindet sich in der historischen Speicherstadt, die gemeinsam mit dem Kontorhausviertel seit 2015 zum UNESCO-Welterbe gehört. Für viele Teilnehmende war diese Erfahrung nachhaltig beeindruckend und regte zum Nachdenken an.

Das fachliche Highlight für die eine Gruppe war der Besuch des Deutschen Maler- und Lackierer-Museums im Hamburger Stadtteil Billwerder. Das Fachmuseum dokumentiert die über 800-jährige Geschichte des Maler- und Lackiererhandwerks im deutschsprachigen Raum. Zeitgeschichtliche Dokumente, Gesellen- und Meisterbriefe, historische Zunftgegenstände sowie Prüfungsarbeiten veranschaulichten eindrucksvoll die Entwicklung des Handwerks und die Lebenswelten vergangener Malergenerationen. Die Ausstellung machte deutlich, auf welch langer Tradition das heutige Maler- und Lackiererhandwerk aufbaut.

Bevor die Heimreise angetreten wurde, kamen alle Beteiligten noch einmal zu einem gemeinsamen Abschlussabend zusammen. Bei Burgern, Pommes frites und Softdrinks wurden die zahlreichen Eindrücke der vergangenen Tage ausgetauscht und die gemeinsame Zeit in Hamburg gemütlich ausklingen gelassen.

Die Klassenfahrt bot eine gelungene Mischung aus Fachpraxis, kulturellen Eindrücken und gemeinschaftlichem Erleben. Mit vielen neuen Erfahrungen, fachlichen Impulsen und schönen Erinnerungen im Gepäck ging es schließlich zurück nach Groß-Gerau – ganz nach norddeutscher Art: „Dat weer een richtig schöne Tied!“

Anna König u. Marc Willwohl

Diese Seite empfehlen: