Im Rahmen des fachübergreifenden Unterrichts nahmen die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase des Beruflichen Gymnasiums vom 25.-29.09.2017 an einer Projektwoche teil.

Sie wählten sich in eins von zehn zur Auswahl stehenden Projekten ein. Im Unterschied zum Regelunterricht wird im Rahmen der Projektwoche fünf Tages lang an einem Thema intensiv gearbeitet, das zwei Unterrichtsfächer miteinander verbindet. Es wird der Rhythmus der Unterrichtsstunden aufgelöst und bei den Schülerinnen und Schülern wird nicht nur deren Fachkompetenz gefördert, sie arbeiten selbstständig im Team, nutzen unterschiedlichen Medien zur Aufarbeitung und Präsentation ihrer Ergebnisse und stellen diese am Ende der Woche ihren Mitschülerinnen und Mitschülern vor.

Die Projekte werden benotet und stellen somit einen Leistungsnachweis dar. Der Unterricht findet zum Teil auch außerhalb der Schule statt.

So verbrachte eine Schülergruppe eine Woche unter dem Motto „Berlin: Brennpunkt von Politik und Kultur in der DDR“ in Berlin. Im Zusammenhang mit dem literarischen Schwerpunkt stand eine Führung durch das Brecht-Haus auf dem Programm. Im Zusammenhang mit dem zeitgeschichtlichen Schwerpunkt wurde die Gedenkstätte Berliner Mauer (Bernauer Straße) besucht, ebenso das ehemalige Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen und das DDR-Museum.

Im Projekt „Lernplattform“ schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle der Lehrenden. Auf dem E-Learning Portal MOODLE erstellten sie für die Fächer Rechnungswesen und Mathematik Lernvideos, Übungsaufgaben, Tests, Wikis, Glossare, Spiele und anderes. Den Teilnehmern war es wichtig, dass die Ergebnisse der Projektwoche nicht in einer Schublade verschwinden, sondern zukünftigen Schülergenerationen unserer Schule beim Lernen helfen werden.

Eine weitere Gruppe machte sich auf den Weg in die Berge ins Kleinwalsertal und kombinierte die Fächer Biologie und Sport. Es standen zwei Tagestouren (Walmendinger Horn, Gottesacker Plateau und Hoher Ifen) und ein Zweitagestour mit Übernachtung auf der auf 2067 m ü. NN. liegenden Fiderepasshütte auf dem Programm. Auf der Berghütte wurden Referate gehalten, denen auch zahlreiche andere Hüttenbesucher interessiert folgten und wichtige Fragen zum Thema Ökologie und Ökonomie gemeinsam mit den Schülern diskutiert.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich mit Zusammenhängen von Sport und Ernährung, Klimawandel, Alpintourismus, Hüttenbewirtschaftung und Naturschutz auseinandergesetzt.

Neunzehn weitere Schülerinnen und Schüler haben sich mit der Programmierung von Apps auseinandergesetzt. Am Ende der Woche zeigten sie eindrucksvoll, dass die selbst programmierten Ergebnisse tatsächlich funktionierten. Darunter waren eine Notizzettel-App“ für die Speicherung von zu erledigenden Hausaufgaben oder TicTacToe, der Spieleklassiker als App zum Spielen mit einem realen Spielpartner oder gegen das Smartphone um nur einige Beispiel zu nennen.

Unter dem Motto „Evolution und Mathematik“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Entstehung der biologischen Vielfalt auf unserem Planeten und deren Triebfedern: Mutation, Rekombination und Modifikation. Diese Vielfalt ist die Grundlage für einen möglichen Selektionsprozess durch verschiedene Umweltfaktoren und somit Voraussetzung für die Evolution. Sie besuchten die Grube Messel und das hessische Landesmuseum Darmstadt und konnten sich dort über die Entstehung neuer Arten, Fossilien, Methoden der Altersbestimmung und vieles mehr informieren. Wachstumsraten, radioaktiver Zerfall, Wahrscheinlichkeits- und Fehlerberechnungen waren die mathematischen Herausforderungen dieses Projekts.

In dem Projekt „Musik – Text – Kontext“ beschäftigten sich 27 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Groß-Gerau mit bekannten Liedern der Musikgeschichte, die eine politische oder gesellschaftskritische Botschaft enthalten. Die Songtexte von Künstlern wie Bob Dylan und Tracy Chapman wurden zunächst selbstständig sprachlich analysiert sowie hinsichtlich ihres historischen bzw. gesellschaftspolitischen Kontextes erforscht und gedeutet. Anschließend folgte eine Kreativarbeit, bei welcher die Teilnehmer den Sinn „ihres“ Songs in ein anderes Medium überführen mussten. Ein nagelneuer Klassensatz iPads konnte sowohl bei den Recherchen als auch beim kreativen Teil gewinnbringend eingesetzt werden.

Während der Projektwoche legten die beteiligten Schülerinnen und Schüler ihre gewohnte Konsumhaltung ab und erkannten, dass Musik nicht nur der Unterhaltung dient, sondern im Zentrum eines komplexen Vermittlungsprozesses stehen kann.

Ein weiteres beeindruckendes Projekt führte eine Schülergruppe nach Polen. Dort setzen die sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit einem Teil der deutschen Geschichte auseinander. Sie besuchten das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz und besichtigen wir die Stadt Krakau.

Der Besuch der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt durch eine weitere Schülergruppe war der Startschuss für das Projekt „Mobilität der Zukunft“. Kreative Auseinandersetzung mit Themen wie Carsharing, Automatisierung, vernetzte Fahrzeuge, Urban Mobility und Elektromobilität führten zu Fragen wie der Verkehr in 20 Jahren aussieht, ob autonomes Fahren das Modell der Zukunft sein wird und welche Konsequenzen damit verbunden sind: ob die Automatisierung Arbeitsplätze gefährdet oder ob andere Qualifikationen benötigt werden oder ob Elektromobilität sich durchsetzen wird? Die Ergebnisse der Projektwoche wurden in Texten, Plakaten, Diskussionsrunden und Comics sehr unterhaltsam dargeboten. Bereichert wurde dieses Projekt durch Gloria Vasquez und Thierno Sow vom World University Service, die die Projektarbeit mit Vorträgen zur Elektromobilität und Entwicklungen in MegaCities unterstützt haben.

Im Projekt „Kulturregion Rhein-Main“ haben sich die Schülerinnen und Schüler verschiedene außerschulische Lernorte wie das Deutsche Filmmuseum, die Experimenta, das Goethehaus, das Wiesbadener Staatstheater, die Büchnerbühne Riedstadt, das Geburtshaus Büchner, ausgesucht, die sie gemeinsam besucht haben. Die Organisation des Besuchs wurde von den Schülerinnen und Schülern selbst organisiert.

Das Rhein-Main-Gebiet, auch Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, ist eine der elf europäischen Metropolregionen in Deutschland. Kern der Metropolregion ist der städtische Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main. Die Metropolregion hat 5,5 Millionen Einwohner, der Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main etwa 2,2 Millionen. Das Rhein-Main-Gebiet ist aber auch ein kulturelles Ballungszentrum mit vielen Museen, Theaterhäusern und einer großen freien Kulturszene.

Und so wurde die Heimatregion für viele Schülerinnen und Schülern von einer ganz neuen Seite beleuchtet.

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